Kosmetiksiegel „Vegan“ und was es bedeutet

4. Dezember 2020 | Schön von außen

In Deutschland leben etwa 1,3 Millionen Menschen vegan[1], das bedeutet, Sie verzichten in ihrem Alltag auf jegliche tierischen Produkte und Erzeugnisse. Bei einem ganzheitlich veganen Leben zählt dazu auch die Kosmetik. Obwohl Milch und Honig als uralte Schönheitsmittel gelten, sind sie als Bestandteile in Kosmetikprodukten – ebenso wie viele andere Inhaltsstoffe – nicht mit einer veganen Lebensweise vereinbar. Während in konventionellen Kosmetika noch tierische Inhaltsstoffe wie Bienenwachs oder den Farbstoff Karminrot, der aus trächtigen Schildläusen gewonnen wird, verarbeitet wird, verzichtet vegane Kosmetik auf derartige Bestandteile. Doch wie erkennt man vegane Kosmetik, ohne zunächst die lange Liste an Inhaltsstoffen zu studieren? 

Welche Vegan-Siegel gibt es?

Vegane Produkte sind zumeist bereits vom Hersteller selbst mit einer Kennzeichnung versehen. Darüber hinaus helfen diese beiden Gütesiegel, um vegane Kosmetikprodukte auf den ersten Blick zu identifizieren: 

Veganblume

Die Veganblume wurde 1990 von The Vegan Society in England ins Leben gerufen. Das Siegel garantiert, dass ein Produkt zu 100 Prozent vegan ist – also keine tierischen Produkte, Nebenprodukte oder Derivate (in ihrer Substanz veränderte tierische Stoffe) enthält. Dabei wird kein Unterschied zwischen Wirbeltieren oder wirbellosen Tieren gemacht. Ebenso bescheinigt das Siegel, dass keine Tierversuche in der Entwicklung oder Herstellung durchgeführt worden sind. Stellt eine Firma auch nicht vegane Produkte her, so müssen die Maschinen zwischen den Produktionen gründlich gereinigt werden. In Deutschland wird das Siegel von der Veganen Gesellschaft Österreich vergeben. 

V-Label

Die Europäische Vegetarier-Union(EVU) hat 1996 das V-Label erschaffen, welches in über 30 europäischen Ländern an vegetarische und Produkte und Dienstleistungen vergeben wird. Das vegane V-Label bescheinigt, dass auf allen Prozess- und Verarbeitungsstufen des Produkts keine Tierversuche durchgeführt und keine tierischen Inhaltsstoffe und Erzeugnisse verwendet worden sind. In Deutschland vergibt ProVegdieses Gütesiegel. 

Diese Inhaltsstoffe solltest du meiden

Selbst für informierte Verbraucher kann es ohne entsprechende Siegelkennzeichnungen schwer sein, nicht vegane Inhaltsstoffe zu erkennen. Die von manchen Herstellern abgedruckten chemischen Formeln, lateinische Namen oder spezielle Abkürzungen sind oft undurchsichtig. Die folgenden Stoffe sind nicht veganund sollten – bei einer veganen Lebensweise – gemieden werden: Bienenwachs, Karminrot, Lanolin, Wollwachs, Schellack, Seide, Kreatin, Kollagen, Lecithin, Elastin und Glykogen. Für eine Vielzahl der aufgezählten Stoffe gibt es bereits gute Alternativen auf pflanzlicher Basis.

Naturkosmetik ist nicht immer vegan und umgekehrt

Was viele Menschen nicht wissen und auch zunächst unlogisch erscheint ist, dass Naturkosmetik nicht unbedingt immer vegan ist. Im Bereich der Naturkosmetik liegt der Fokus auf der Verarbeitung natürlicher Rohstoffe und der Vermeidung von schädlichen bzw. umstrittenen Wirk- und Inhaltsstoffen (z.B. Silikone, Parabene, synthetische Duftstoffe, Konservierungsstoffe). Das schließt jedoch nicht die Verarbeitung von tierischen Inhaltsstoffen bzw. Erzeugnissen wie Bienenwachs, Honig oder Milch aus. Ebenso ist vegane Kosmetik nicht immer gleichzeitig auch natürlich. Um die fehlenden tierischen Bestandteile auszugleichen, setzten einige Hersteller stattdessen auf Kunst- und Zusatzstoffe aus dem Chemielabor. Daher kann sowohl Naturkosmetik als auch konventionelle Kosmetik gleichermaßen vegan sein.

 Auf mehrere Siegel in Kombination achten

Die Vegan-Siegel geben leider keinen Aufschluss darüber, ob es sich bei dem gekennzeichneten Produkt ebenso um eine Naturkosmetikprodukt handelt oder die verwendeten Inhaltsstoffe sogar Bio-Qualität besitzen. Aus diesem Grund ist es beim Kauf ratsam, auf eine Kombination aus mehreren Gütesiegeln zu achten, um sicher zu gehen, dass kein Tier zu Schaden gekommen ist und die Produkte darüber hinaus nicht umweltschädlich sind. Neben den Vegan-Siegeln kann daher auch Ausschau nach entsprechenden Naturkosmetiksiegeln gehalten werden: 

BDHI-Siegel

Das aus Deutschland stammende Siegel kennzeichnet seit 2001 kontrollierte Naturkosmetik ohne Tierversuche. Künstliche Inhaltsstoffe sind verboten und auch die Verpackung muss aus recycelbaren Materialien bestehen. Weiterhin muss die Mehrzahl der Rohstoffe aus Bio-Anbau stammen. 

NaTrue-Siegel

Dieses Siegel zertifiziert unter strengen Richtlinien Natur- und Biokosmetikprodukten eine hohe Qualität der Inhaltsstoffe und garantiert, dass keine künstlichen Inhaltsstoffe enthalten sind. Zum Erhalt dieses Siegels dürfen ebenso keine Tierversuche durchgeführt werden. 

Auf vegane Kosmetik umsteigen

Du möchtest auf vegane und gleichzeitig natürliche Kosmetik umsteigen? Super! Damit tust du dir und deiner Umwelt etwas Gutes. Die Kosmetikproduktevon silicea sind allesamt vegan und zudem als Naturkosmetik zertifiziert. Du kannst sie im Reformwarenfachhandel kaufen oder direkt online bestellen!


[1]Skopos 2016, Statista 2020 https://www.skopos-group.de/news/13-millionen-deutsche-leben-vegan.htmlhttps://de.statista.com/statistik/daten/studie/445155/umfrage/umfrage-in-deutschland-zur-anzahl-der-veganer/

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