Milien: Wenn die Haut von kleinen Grießkörnern bedeckt ist

27. Dezember 2020 | Schön von außen

Woher sie kommen und was du dagegen tun kannst

Beim genauen Blick in den Spiegel hast du plötzlich kleine Knötchen auf der Haut entdeckt? Keine Sorge, höchstwahrscheinlich handelt es sich dabei um Milien. 
Unter Milien versteht man kleine hautfarbene Verdickungen, die manchmal einzeln, öfter aber in Gruppen auftreten und von vielen als störend empfunden werden. Dabei ist wortwörtlich gar nichts Schlimmes an Milien dran. Aus dermatologischer Sicht handelt es sich um gutartige kleine Zysten, die die Größe eines Stecknagelkopfes haben und keinerlei Probleme für unsere Gesundheit darstellen. Meist sitzen die unliebsamen Grießkörner an den Wangen und im Bereich rund um die Augenpartie, können aber auch auf dem Augenlid, oder um Nase und Kinn herum sowie im Genitalbereich auftreten. Sie sind ca. 1-3 mm groß und bilden sich an den Ausführungsgängen von Talgdrüsen.

Wie entstehen Milien auf der Haut?

Milien sind keine Krankheit, sondern ein rein kosmetisches „Problem“. Sie entwickeln sich, wenn tote Hautzellen oder Keratin (ein hauteigenes Protein) unter der obersten Hautschicht eingeschlossen werden und als Folge sichtbare Knötchen auf der Haut bilden. Diese entstehen meist an den Ausgängen der Schweißdrüsen oder auch in den winzigen Haarfollikeln der Gesichts- und Körperhaare. Dabei unterscheidet man zwischen primären und sekundären Milien. 

Primäre Milien

Bei primären Milien handelt es sich um solche, die spontan entstehen und in jedem Alter vorkommen können. Am häufigsten allerdings bei jungen Erwachsenen. In diesem Fall heilen sie selten von allein ab und können kosmetisch entfernt werden. 

Sekundäre Milien

Sekundäre Milien sind an eine Ursache geknüpft – so kann ein vorheriger Sonnenbrand, eine Hautverletzung oder gar eine Hautkrankheit die Milien verursacht haben. Diese bilden sich dementsprechend genau an der Stelle, wo die Verletzung aufgetreten ist. Sekundäre Milien heilen meist von allein ab und müssen nicht behandelt werden.

Warum habe ausgerechnet ich Milien? 

Bei einigen von uns sind sie kaum zu sehen und werden erst bei der professionellen Gesichtsbehandlung bemerkt, bei anderen sind sie gut sicht- und fühlbar und werden deshalb früh als „Problem“ identifiziert. 

Warum es zu der Milienbildung kommt, kann nicht so genau beantwortet werden. Eindeutig spielt die erbliche Verlagerung eine wichtige Rolle, auch sind öfter junge Frauen davon betroffen, was möglicherweise auf hormonelle Gründe schließen lässt. 

Eine zu reichhaltige Pflege oder sehr trockene Haut können die Milienbildung begünstigen. In diesem Fall können eine veränderte Hautroutine und weniger fettende Produkte schnell Abhilfe schaffen.

Milien effektiv behandeln

Eine Behandlung der Grießkörner sollte in jedem Fall nicht in Eigenregie geschehen, sondern einem Profi überlassen werden. Da sie anders als Pickel keine Öffnung besitzen, können sie nicht einfach ausgedrückt werden.

Beim Hautarzt oder Dermatologen werden die Zysten mit einem kleinen Messer oder einer Injektionskanüle angeschnitten und die Talg-Füllung entfernt. Auch wird die Haut zusätzlich mit porenreinigenden Peelings behandelt. Andere Behandlungsmöglichkeiten sind mittels einer Lasertherapie: Hierbei wird die oberste Hautschicht abgetragen und der Inhalt der Zyste verdampft, die kleine Wunde bildet eine Kruste und heilt nach ein paar Tagen, ohne Narben zu hinterlassen, ab. Eine Entfernung der Milien ist allerdings keine Garantie dafür, dass sie nicht wiederkommen. 

Übrigens: Die Kosten für die Behandlung werden von der Krankenkasse nicht gezahlt, weil sie medizinisch nicht notwendig ist. 

Milien vorbeugen

So richtig vorbeugen lassen sich Milien nicht, allerdings kann man einiges tun, um das Risiko für neue Milien zu reduzieren.

Die richtige Gesichtspflege

Wer besonders häufig zu Milien neigt, sollte zunächst einmal seine Hautpflege und -routine kritisch hinterfragen. Eine gründliche Reinigung der Haut ist dabei das A und O. Dabei solltest du darauf achten, keine stark mechanischen Reinigungspartikel wie Kerne oder Salze zu verwenden. Sie reizen deine Haut zusätzlich und kurbeln damit die Talgproduktion noch weiter an. Geeignet sind sanfte Reinigungsgele oder -öle, die die Haut gründlich von Make-Up und anderen Rückständen befreien. Achte anschließend darauf, dass du die Haut nur leicht trockentupfst und nicht reibst.  

Chemische Peelings mit Salicylsäure oder Alphahydroxysäure (AHA) reinigen porentief und verfeinern gleichzeitig das Porenbild – Milien und Hautunreinheiten können sich so verbessern. Auch Retinol, was häufig bei Akne eingesetzt wird, kann hier weiterhelfen. Wer eine weniger empfindliche Haut hat, kann es auch mit Fruchtsäure- oder Enzympeelings probieren. Sie tragen effektiv die obersten Hautzellen und den Talg ab. 

Da trockene Hauttypen öfter betroffen sind, sollte die Pflege gut auf den Hauttyp abgestimmt sein. Feuchtigkeitsspendende Tagescremes, Seren oder Sprays mit Hyaluron, Aloe Vera und Silicum können die Symptome trockener Haut mildern und damit Milien eher fernhalten. Das Spurenelement Silicum beispielsweise sorgt dafür, dass die Feuchtigkeit des Bindegewebes erhöht wird und spielt eine wichtige Rolle bei der Keratinbildung.

Das Hübner Skin Repair Spraybeispielsweise besteht aus einer Verbindung von Sicilium-Gel mit Aloe Vera und versorgt die Haut mit ausreichend Feuchtigkeit. Das belebende Spray ist sogar für empfindliche und allergische Haut geeignet. 

Zu viel Sonne kann der Haut schaden

Auch bei Milien kann ein zu viel an Sonne der Haut eher schaden als Gutes tun. Zu häufiges Aussetzen der Sonne sowie Sonnenbrände begünstigen die Entstehung der kleinen Knötchen. Hier solltest du stets drauf achten einen SPF aufzutragen.  

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